Schichtwechsel 2026: 32 wertkreis-Beschäftigte wechseln für einen Tag den Arbeitsplatz
Gütersloh, 23. September 2026 – Am Donnerstag, 24. September, ist wieder Schichtwechsel: Zum fünften Mal beteiligt sich der wertkreis Gütersloh am bundesweiten Aktionstag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung und ermöglicht Menschen mit Behinderung Einblicke in ganz unterschiedliche Arbeitswelten des allgemeinen Arbeitsmarktes. 32 Beschäftigte des wertkreis wechseln in diesem Jahr für einen Tag ihren Arbeitsplatz. Erstmals funktioniert der Schichtwechsel in Gütersloh auch in die andere Richtung: Sechs Mitarbeitende aus Unternehmen und Organisationen kommen zum wertkreis und arbeiten dort für einen Tag mit. Seit der ersten Teilnahme im Jahr 2022 ist der Schichtwechsel beim wertkreis deutlich gewachsen. Damals startete der Sozialdienstleister mit acht Beschäftigten. Seither sind sowohl die Zahl der Teilnehmenden als auch die Bandbreite der beteiligten Unternehmen und Tätigkeiten kontinuierlich gestiegen. Mit dabei sind 2026 Miele, Mohn Media, Heck Kältetechnik, die Stadt Gütersloh, SiNN Gütersloh, Ink Society, die Fahrschule Knipschild, Bessmann, die Tischlerei Schoppmann und Wellenbrink, das DRK im Kreis Gütersloh, der Wolpertinger, die Kreisfeuerwehrzentrale Gütersloh in St. Vit, Peterburs, RP Kunststofftechnik, das Autohaus Hagemeier und das Schwimmbad Die Welle in Gütersloh. Bewusst sucht das Team der Beruflichen Inklusion auch nach Arbeitsplätzen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unmittelbar mit der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbunden werden. So gehört in diesem Jahr beispielsweise das Gütersloher Tattoo-Studio Ink Society zu den Schichtwechsel-Partnern. Gleichzeitig öffnet der wertkreis seine eigenen Arbeitsbereiche stärker für Mitarbeitende der beteiligten Unternehmen. Möglichkeiten, die Arbeit des wertkreis kennenzulernen, gab es für Unternehmenspartner bereits in anderen Formaten – zuletzt beispielsweise bei einem Social Day für Mitarbeitende der Firma Lidl. Beim Schichtwechsel steht nun der gegenseitige Perspektivwechsel im Mittelpunkt. „Der Schichtwechsel ist für uns längst mehr als ein Aktionstag. Er öffnet ganz konkret Türen – und zwar in beide Richtungen. Unsere Beschäftigten erleben Betriebe, Berufe und Tätigkeiten, die sie vielleicht bisher nicht für sich gesehen haben. Gleichzeitig erleben Mitarbeitende aus Unternehmen bei uns, welche Fähigkeiten Menschen mit Behinderung mitbringen und wie vielfältig berufliche Teilhabe gestaltet werden kann. Besonders wichtig ist mir, dass daraus konkrete Perspektiven entstehen: Aus vergangenen Schichtwechseln haben sich bereits Praktika und Außenarbeitsplätze entwickelt, und Beschäftigte haben dadurch den Mut gefunden, weitere Schritte in Richtung allgemeiner Arbeitsmarkt zu gehen. Genau darum geht es: Begegnung ermöglichen, Zutrauen schaffen und aus einem ersten Tag vielleicht eine langfristige berufliche Perspektive entstehen lassen. Mein besonderer Dank gilt dabei unseren Fachkräften im wertkreis. Ein solcher Tag entsteht nicht von allein: Dahinter stehen viel Vorbereitung, persönliche Begleitung, Abstimmung mit den Unternehmen und vor allem großes Engagement. Unsere Mitarbeitenden schaffen mit ihrem täglichen Einsatz die Voraussetzungen dafür, dass aus Teilhabe nicht nur ein Anspruch auf dem Papier, sondern eine konkrete Erfahrung und echte berufliche Perspektive wird. Dafür haben sie meine große Wertschätzung und meinen ausdrücklichen Dank“, erklärt wertkreis-Geschäftsführer Emilio Bellucci. Der Aktionstag unterstützt damit einen zentralen Auftrag der Werkstätten für Menschen mit Behinderung: Übergänge und Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern. Dabei muss der Schichtwechsel nicht unmittelbar in einen Arbeitsplatzwechsel münden. Er kann ein erster Schritt sein, um Fähigkeiten sichtbar zu machen, neue Tätigkeitsfelder kennenzulernen und Kontakte zwischen Beschäftigten und Unternehmen entstehen zu lassen. Aus solchen Begegnungen können weitere berufliche Perspektiven hervorgehen – vom Praktikum und ausgelagerten Arbeitsplatz bis hin zu Ausbildung oder Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Hintergrund: Bundesweiter Aktionstag Schichtwechsel Der bundesweite Aktionstag Schichtwechsel bringt Menschen mit und ohne Behinderung über das verbindende Thema Arbeit zusammen. Beschäftigte aus Werkstätten für behinderte Menschen, Tagesförderstätten und von anderen Leistungsanbietern erhalten Einblicke in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes. Umgekehrt lernen Mitarbeitende aus Unternehmen die Arbeit und Tätigkeitsfelder von Einrichtungen der beruflichen Teilhabe kennen. Entwickelt wurde der Schichtwechsel 2017 von den 16 Berliner Werkstätten und der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Berlin. Seit 2019 koordiniert die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. (BAG WfbM) den Aktionstag bundesweit. 2026 findet der bundesweite Schichtwechsel bereits zum achten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 370 Werkstätten mit insgesamt etwa 4.800 Menschen. Der wertkreis Gütersloh beteiligt sich seit 2022 an dem Aktionstag. Auch auf seinen Social-Media-Kanälen begleitet der wertkreis Gütersloh den Schichtwechsel am Donnerstag mit Eindrücken aus den unterschiedlichen Arbeitswelten.
